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Gabelfedern

Einbauanleitung

Luftkammerhöhe einstellen

Präzise Einstellung des Gabel-Ölstandes

Wir empfehlen für die präzise Einstellung unser Gabelöl-Niveau Einstell-Set ! Für die Wahl des neuen Gabelöles kann jedes Qualitätsgabelöl verwendet werden. Wir empfehlen, wegen der meistens etwas straffer abgestimmten WIRTH-Gabelfedern grundsätzlich eine Viskositätsklasse höher als original zu wählen, also z.B. statt original SAE 10 dann neu SAE 15. Die höhere Viskosität ist etwas dickflüssiger und erhöht die Dämpfung. Nach Ausbau der Original-Gabelfedern Altöl ablassen, kurz mit Frischöl durchspülen, abtropfen lassen. Dann die vom Fahrzeug-Hersteller empfohlene Original-Ölmenge in die Gabelholmen einfüllen. (Falls nur die „Luftkammerhöhe“ angegeben ist, müssen die Stand- und Tauchrohre komplett zusammengeschoben werden, dann soweit Öl auffüllen, bis Abstand in „mm“ zwischen Ölpegel und Oberkante des Standrohres der vorgeschriebenen Luftkammer entspricht). Nun die Originalgabelfedern wieder einsetzen (Tauch- und Standrohr sind wieder auseinandergezogen) und mit Stab o.ä. die Höhe des Ölstandes zum oberen Rand des Standrohres messen. Jetzt die Original-Gabelfedern endgültig herausziehen und die WIRTH-Federn einsetzen, und zwar mit den engen Wicklungen nach oben. Den Ölstand nun wie zuvor messen und auf dieselbe Höhe einpegeln wie mit den Original-Gabelfedern. In der Regel wird dazu etwas weniger Öl benötigt, weil unsere Federn meist im Material stärker sind und mehr Windungen aufweisen.

ERGEBNIS:

Die Luftkammerhöhe ist nun genauso eingestellt wie mit den Originalfedern, das Luftpolster kann beim Einfedern - vor allem im letzten Teil des Federweges - durch die Kompression genauso mitfedern wir vom Hersteller vorgesehen.

Telegabel-Checkliste

Fahrwerksprobleme können vielfältige Ursachen haben - zunächst

sind die Reifen auf korrekten Luftdruck und Profiltiefe zu prüfen, auch ein anderes Profil wirkt manchmal Wunder die Räder müssen leichtgängig und und spielfrei sein, dürfen keinen Seiten- und Höhenschlag aufweisen die Hinterradschwinge soll im Lager und an den Umlenkhebeln kein Spiel fühlen lassen das Federbein muß dicht und die Feder intakt sein das Lenkkopflager muß leichtgängig und spielfrei sein, die Simmerringe müssen dicht sein, die Klemmschraube, an Vorderachse und Gabelbrücke angezogen sein die Schraubverbindungen des Fahrwerks (Vorder-, Hinterachse, Motor, Rahmen) müssen wie vorgeschrieben angezogen sein die Kette muß in Ordnung, korrekt gespannt und geschmiert sein Wenn hier alles in Ordnung ist und die Gabel dennoch nicht zufriedenstellend arbeitet, dann muß die Gabel genauer untersucht werden:

Gabel schlägt durch

Ursache Maßnahme
Vorspannung zu niedrig Vorspannung erhöhen (Buchse, Scheiben)
Luftpolster zu groß
zu geringe Druckstufendämpfung Dämpfung höher einstellen (wenn vorhanden)
Zusatzluftdruck zu gering Luftdruck erhöhen (wenn Möglichkeit vorhanden)
zu dünnes Gabelöl Viskösität erhöhen
zu weiche oder lineare Federn progressiv härtere WIRTH-Federn einbauen

Gabel sinkt schon im Stand zu weit ein (zuviel Negativfederweg) Motorrad wirkt kopflastig, geringe Bodenfreiheit

Ursache Maßnahme
Vorspannung zu niedrig Vorspannung erhöhen (Buchse, Scheiben)
Zusatzluftdruck zu gering Luftdruck erhöhen (wenn Möglichkeit vorhanden)
zu weiche Federn progressiv härtere WIRTH-Federn einbauen
Gabel spricht nicht sauber an, ist unkomfortabel, Lenkerschlagen (Kickback)

Weitere Informationen zu diesem Thema können im pdf-Dokument „Unruhige Lenkzeiten“ (Größe: 800kb) nachgelesen werden. http://www.wirth-federn.de/media/content/lenkerflattern.pdf

Ursache Maßnahme
Vorspannung zu hoch Vorspannung senken (z.B. Distanzbuchse kürzen)
Luftpolster zu klein Ölstand vorsichtig verringern
zu hohe Druckstufendämpfung Dämpfung verringern (wenn vorhanden)
Zusatzluftdruck zu hoch Luftdruck verringern (wenn Möglichkeit vorhanden)
zu dickes Gabelöl Viskosität verringern
zu harte oder lineare Federn progressiv weichere WIRTH-Federn einbauen

Gabel federt zu schnell aus, Vorderrad schwingt nach (bzw. Gabel federt zu langsam aus, Vorderrad stempelt)

Ursache Maßnahme
zu dünnes (dickes) Gabelöl Viskosität verringern (erhöhen)-z.B. SAE 10er statt 15er
Zugstufendämpfung zu gering (zu hoch) Zugstufendämpfung erhöhen (verringern)

Die Gabel - Einstellung und Tuning

Über Sinn und Unsinn der vielfach einstellbaren Federelemente läßt sich bestens streiten - viele Maschinen rollen mit einer bestimmten Grundabstimmung vom Band, ohne daß sich irgendetwas verstellen läßt, und häufig kann man prima damit leben. Oder sie mit einfachen und preiswerten Mitteln (Tausch der Federn, Änderung des Gabelöles nach Viskosität und Menge) tunen. Andere bieten dagegen Verstellmöglichkeiten ohne Ende - Zug- und Druckstufen, Vorspannung der Federbasis usw. Eine Faustregel (von der wie immer individuelle Abweichungen möglich sind) besagt, daß nicht mehr als 20-30% des Gesamtfederweges negativ sein sollen (Gabel soll also entsprechend - bei vollgetankter unbelasteter Maschine vom Ständer genommen - eingefedert sein). Zum besseren Verständnis seien hier einmal kurz die gängigen Einstellmöglichkeiten vorgestellt: Die Gabel-Federbasis

hat Einfluß auf die Vorspannung der Gabelfedern. Sie wird - wenn verfügbar - am oberen Ende des Gabelholmes eingestellt. Dazu ist meist ein Maulschlüssel oder - bei nicht vorhandener Zugstufendämpfung - ein Schlitzschraubendreher nötig. Durch ein Hineindrehen der Federbasis in die Gabel wird die Vorspannung, also die Anfangslast auf der Feder erhöht. Dadurch wird der Vorderbau des Motorrades angehoben, das Ansprechverhalten verschlechtert sich, der Negativfederweg (eingetauchter Teil des Standrohres) verringert sich, die Reserven des positiven Teils des Federweges werden größer. Die Gabel neigt eher zum Lenkerschlagen.

Die Einstellung der Zugstufendämpfung

befindet sich ebenfalls meist am oberen Ende der Gabel und ist per Schlitzschraube stufenlos verstellbar. Bei Drehung im Uhrzeigersinn (nach rechts) nimmt die Dämpfung zu, bei Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn (nach links) nimmt sie ab. Die Zugstufendämpfung beeinflußt die Ausfedergeschwindigkeit der Gabel. Bei zu geringer Dämpfung schwingt die Gabel nach Unebenheiten heftig und lange nach, bei zu hoher Dämpfung bleibt die Gabel bei schnell aufeinanderfolgenden Stößen unten „stecken“, reagiert unsensibel und unkomfortabel. Entscheidenden Einfluß hat hier auch die Viskosität des Gabelöls: Dickflüssigeres Öl (SAE 15, 20) erhöht die Dämpfung, dünflüssigeres Öl (SAE 5, 10) vermindert sie.

Die Verstellung der Druckstufe

befindet sich meist am unteren Ende der Gabel im Bereich der Achsaufnahme. Entweder gibt es eine seitlich zugängliche Einstellschraube, oder sie befindet sich am Ende des Tauchrohrs (viele Enduros) oder sogar versteckt im Innern der Achsaufnahme. Die stufenlos einstellbare Schlitzschraube (Rechtsdrehung erhöht die Dämpfung) beeinflußt die Einfedergeschwindigkeit der Gabel (wie die Feder über ihre „Härte“, d.h., Federrate, selbst auch). Bei zu hoher Druckstufendämpfung spricht die Gabel schlecht an und wirkt unkomfortabel. Sie kann schnell den Bodenkontakt verlieren, zum Lenkerschlagen neigen und beim harten Bremsen stempeln. Die zu weiche Gabel taucht beim Bremsen und bei Lastwechseln zu schnell und heftig ein, wirkt schwammig und schlägt möglicherweise sogar durch.

andere/fahrwerk/neue_seite_1.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/21 10:10 (Externe Bearbeitung)