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Austausch der Gabelfedern

Was bereit liegen sollte:
Was bereit liegen sollteInbusschlüssel 5 mm & 8 mm; „Ratsche“ und Verlängerungen, Nüsse in 8, 12, 14 und 17 mm, Schraubendreher Kreuzschlitz und Normal
Die neuen Federn, 1 L Gabelöl SAE 5W, Meßstab mit 125 mm-Markierung (Pfeil: Schaschlikspieß); etwas Lagerfett; Ölauffangbehälter
22 mm Schlüssel für die Radschraube, am besten Nuß für Drehmomentschlüssel, schlechter: Ringschlüssel; nur im Notfall: Maulschlüssel
Immer nützlich: WD-40, Loctite, Stahlwolle (Grad 000, sehr fein) und reichlich Lappen
Ausbau des Vorderrades - Vorbereitungen
Die Deauville auf den Hauptständer stellen
Mutter der Radachse (M 22) lockern (nur lockern!)
Dazu am besten Drehmomentschlüssel mit Nuß verwenden, Schraube sitzt sehr fest (98 Nm)
Maulschlüssel sind meist zu kurz und beschädigen gern die Mutter.
 Bild 3 Inbusklemmschrauben (8mm) der oberen Gabelbrücke links und rechts
leicht lockern (Vierteldrehung), um den Klemmdruck auf den Holm zu mindern.
Nun die Abdeckungen (M 17) der beiden Standrohre ebenfalls lockern,
jedoch noch nicht abnehmen!
Jetzt die Deauville hinten runterdrücken (lassen)
so dass des Vorderrad vom Boden abhebt und in dieser Position
den Motorblock mit geeignetem Material unterlegen.
Vorderrad muß frei sein, Moped darf nicht nach vorn kippen können.
Tachowelle vom Mitnehmer auf der Nabe (links) lösen.
Dazu Kreuzschlitzschraube lösen und entfernen,
dann Welle axial nach hinten abziehen.
Welle natürlich nicht knicken.
Ausbau des Vorderrades
Das sieht dann so aus.
Deutlich zu erkennen:
Antrieb und Mitnehmernut der Tachowelle.
Auf beiden Seiten die Befestigungsschrauben
des Kotflügels (Inbus, 5 mm) lösen und entfernen.
Ausbau des Vorderrades - Bremssättel entfernen
Jeweils links und rechts die beiden Befestigungsschrauben der Bremssättel (M 12)
lösen und entfernen. Sättel vorsichtig abziehen; darauf achten, dass die Beläge nicht herausfallen.
ACHTUNG: ab jetzt keinesfalls mehr die Vorderbremse betätigen!!!
Ansonsten wird der Einbau schwierig und die Bremse muß entlüftet werden!
Ausbau des Vorderrades - Bremssättel und Kotflügel entfernen
Nun beidseitig die gezeigten Befestigungsschrauben (M 8),
die Bremsleitungen und Kotflügel halten, lösen und entfernen.
Nachdem nun Bremsen, Bremsleitungen und Kotflügel frei sind, kann der Kotflügel leicht in Richtung Reifen nach unten gedrückt und dann nach vorne herausgezogen werden.
Darauf achten, daß er dabei nicht von Bremsen & Co zerkratzt wird.
Für die Dauer der weiteren Arbeiten sollten die Bremsleitungen in geeigneter Weise vom Gewicht der Bremssättel entlastet werden.
Ich verwendete einen speziellen Bremsschlauchgewichtsentlaster aus dem Spezialfachhandel.
Jetzt die bereits gelockerte Achsmutter lösen und entfernen sowie auf beiden Seiten die jeweils zwei Achsklemmschrauben lösen. Brauchen nicht gänzlich entfernt zu werden.
Hier nochmal: Achsmutter (M 22) ganz herausdrehen, Klemmschrauben (M 12) etwa soweit wie hier gezeigt.
Nun die Achse auf der linken Radseite vorsichtig herausziehen.
Ein Inbusschlüssel hilft dabei. Damit rechnen, dass das Vorderrad
herausfällt… :-) Auch Tachoantrieb und rechter Distanzring
fallen gern runter. Rad nicht auf die Bremsscheiben fallen lassen.
Hier einige der Teile die man inzwischen herumliegen hat und auf die ich später nochmal zu sprechen komme.
Von links: Distanzring (sitzt rechts auf der Radnabe), Tachoantrieb (links auf der Radnabe), Radachse und die vier Befestigungsschrauben der Bremssättel.
Ausbau der Gabelholme
So, das Rad ist ab, jetzt sollte es ungefähr so aussehen.
Als nächstes werden die Gabelholme ausgebaut.
Der Vorgang ist beim linken und beim rechten Holm jeweils der gleiche.
Die vorhin gelockerte Klemmung der oberen Gabelbrücke (Inbus 8 mm) nun vollständig lösen.
Dazu ist es nicht erforderlich, die Schrauben ganz herauszudrehen.
Jetzt die Klemmschraube der unteren Gabelbrücke (M 14) soweit lösen, dass der Holm nach unten herausgezogen werden kann. Eventuell durch.
Hebeln mit einem Schraubendreher im Spalt vorsichtig nachhelfen.
Holm mit leichter Drehbewegung herausziehen, nicht verkanten.
Jetzt ist er weg. Es empfiehlt sich, das Standrohr vor dem Weiterarbeiten zu reinigen. Speziell auf Höhe der Klemmung (siehe auch nächstes Bild) setzt sich gern Rost an. Am besten läßt sich das mit WD-40 und Stahlwolle (feinsten Grad 000 verwenden) beseitigen.
Austausch von Federn und Öl
Hier der ausgebaute Holm. Im Bild ist er bereits gereinigt.
Holm ganz ausfedern (ist er sowieso) und den Deckel (M 17) jetzt vorsichtig abschrauben. Steht unter leichter Federvorpannung, also mit Druck von oben schrauben und gut festhalten. Ist aber nicht tragisch.
Den Dichtring des Deckels auf Beschädigung kontollieren und nicht verlieren. Dichtring und Gewinde ggf. säubern und wieder leicht fetten oder ölen.
Im Holm ist eine Distanzhülse sichtbar.
Die Distanzhülse entnehmen und abwischen. Zwischen Hülse und der im Holm befindlichen Feder sitzt noch eine Anlaufscheibe. Diese hängt u. U. unten an der Hülse. Nicht verlieren oder übersehen…
Hier die bislang entnommenen Teile:
Anlaufscheibe, Distanzhülse und Standrohrdeckel.
Als nächstes das Federbein langsam soweit zusammenschieben, bis die Feder oben sichtbar wird.
Halt! Die Feder nicht schwungvoll herausziehen. Das gibt nur maximale Sauerei. Geeignetes Ölauffanggefäß und Lappen bereithalten, dann die Feder gaaaaanz langsam rausziehen, damit das Altöl zunächst im Holm bleibt. Feder dann entölen und für schlechte Zeiten einlagern.
Jetzt das Altöl aus dem Holm ausgiessen. Gut bewährt haben sich die gezeigten Behälter.
Holm kopfüber halten (es fällt nichts mehr heraus) und öfters ganz ein- und ausfedern, „pumpen“ sozusagen, bis alles Öl aus dem Holm gelaufen ist und beim Pumpen kein schnorchelndes Geräusch mehr auftritt.
Austausch der Federn - Vergleich Originalfeder (Pfeil) und Wilbers Promoto
Den leeren Holm umdrehen und ganz zusammenschieben. Etwa 0,3 l frisches Öl (SAE 5W) einfüllen und durch erneutes Pumpen entlüften, bis abermals kein Schnorcheln mehr zu hören ist. Holm ganz zusammenschieben und mittels Meßstab Öl bis 125 mm unter Rohroberkante auffüllen. Genau arbeiten!
Holm ganz auseinanderziehen und neue Feder mit den engen Windungen nach oben (!) ins Rohr geben.
Einbau der Gabelholme
Anlaufscheibe und Hülse einsetzen, Deckel wieder aufschrauben. Achtung: der Deckel ist aus Leichtmetall.
Nicht verkanten, keine Gewalt. Ein vergammeltes Gewinde ist in dieser Phase besonders ärgerlich und auch teuer…
Mit dem anderen Holm ebenso verfahren und die Holme wie folgt einbauen:
Zunächst ggf. Klemmungen reinigen (WD-40, Stahlwolle)
Auch hier ggf. säubern.
Nochmal dran denken: auch beim nun folgenden Hantieren keinesfalls den Handbremshebel ziehen! Und nochwas für´s Schrauben beim gesamten Wiedereinbau:
Nach „fest“ kommt „ab“! (Alte Schrauberweisheit)
Holm von unten einfädeln (Holme nicht vertauschen, man ärgert sich spätestens beim Radeinbau :-) ) und mit der oberen Brückenklemmschraube bündig fixieren. Nur so fest ziehen, dass der Holm von selbst hält und grade nicht durchrutscht. Darauf achten, dass das Standrohr bündig mit der Oberkante der Gabelbrücke abschließt.
Nun die untere Klemmschraube wieder gut festziehen.
Vor dem Weiterarbeiten an der oberen Brücke kontrollieren, ob die Höhe noch stimmt und sich nichts verschoben hat.
Zuerst den Standrohrdeckel wieder gut festziehen,
danach die obere Klemmschraube.
Mit dem anderen Holm entsprechend vorgehen.
Die Holme sind wieder drin. Bevor nun das Vorderrad, die Bremsen und der Kotflügel wieder in umgekehrter Ausbaureihenfolge montiert werden, noch einige Kleinigkeiten und Hinweise.
Die beiden Achsaufnahmen reinigen.
Den Dichtring für den Tachoantrieb am linken Radlager auf Beschädigung prüfen.
Dichtring, Mitnehmer für Tachoantrieb und Radlager reinigen (nicht mit dem Dampfstrahler, nicht mit Benzin, auch nicht mit Aceton, sondern mit einem Lappen)
Anschließend mit Lagerfett fetten.
Ebenso mit dem Dichtring für das Distanzstück und mit dem linken Radlager verfahren:
Prüfen, reinigen und fetten.
Wiedereinbau des Vorderrades - Vorarbeiten
Auch an der Tachowelle findet sich eine Gummidichtung.
Prüfen, reinigen fetten…
…was auch für den im nächsten Bild gezeigten Tachoantrieb gilt.
Die Radachse ebenfalls säubern und wieder leicht einfetten, das erleichtert auch den Einbau.
Endmontage
Vorderrad, Bremsen und Kotflügel in umgekehrter Reihenfolge wie beim Ausbau wieder montieren.
WICHTIG: Die Befestigungsschrauben der Bremssättel keinesfalls „festknallen“! Dafür aber unbedingt an den gezeigten Stellen mit Schraubensicherungsmittel (z.B. Loctite) bestreichen! Wenn alles montiert ist,
Verschraubungen nochmals überprüfen und BREMSPROBE nicht vergessen! Gute Fahrt mit den neuen Federn…
nt650v/fahrwerk/neue_seite_1.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/21 10:10 (Externe Bearbeitung)